#151 Mit diesen Hacks gelingt die Betriebliche Altersvorsorge

Shownotes

Die betriebliche Altersvorsorge oder Corporate Social Responsibility – So übernehmen Unternehmen Verantwortung und stärken ihre Arbeitgebermarke! 🌍 CSR ist mehr als nur ein Schlagwort – es ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen, die nicht nur wirtschaftlichen Gewinn erzielen, sondern auch soziale Verantwortung übernehmen möchten. Besonders in unsicheren Zeiten ist CSR ein entscheidender Hebel, um Mitarbeitende langfristig zu binden, deren Wohlbefinden zu stärken und die Arbeitgebermarke nachhaltig zu positionieren. In der neuen Folge von HRM Hacks spricht Christoph Leser mit Alexander Petsch darüber, wie Unternehmen durch CSR-Maßnahmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern können. Sie erfahren: ✅ Warum CSR kein Trend, sondern ein nachhaltiges Konzept ist ✅ Wie Unternehmen Unsicherheiten bei ihren Mitarbeitenden reduzieren können ✅ Warum eine klare CSR-Strategie entscheidend für den Erfolg ist ✅ Wie effektive Kommunikation CSR-Maßnahmen erst richtig sichtbar macht ✅ Welche Rolle eine intuitive User Experience für die Akzeptanz von Benefits spielt 🎧 Jetzt reinhören und wertvolle Impulse für Ihre CSR-Strategie mitnehmen!

Viele weitere Hacks als Checkliste oder das gesamte Interview als Podcast oder Text findet Ihr bei hrm.de

Tape Art Cover Bild by Max Zorn

Unser heutiger Gast Christoph Leser

Music by "Monsters of Rec: die HR & Recruiter Branchenband“

Podcast Produktion: [York Lemb - Employee Podcast](https://www.hrm.de/unternehmen/employee-podcast/)

Und wenn Ihr mal wieder auf der Suche nach passendem Wein/Sekt für Euren nächsten HR-Event seid, dann wäre doch der: HR² Wein

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00:00:06: Intro: Die HRM Hacks, Tricks, Tipps und Hilfe für Ihre HR Herausforderungen und HR Strategien. Denn der Mensch ist der wichtigste Faktor für den Erfolg Ihres Unternehmens.

00:00:22: Alexander R. Petsch: Glückauf und herzlich Willkommen zu der heutigen HRM Hacks Folge, präsentiert von der RetentionPRO, der Mitarbeiterengagement und Employer Benefits Expo, die am 10. April live in Wiesbaden stattfindet. Und unter www.retentionpro.de findet ihr alle Details dazu. Mein Name ist Alexander Petsch. Ich bin der Gründer des HRM-Institutes, euer Gastgeber. In unserer heutigen HRM Hacks Folge spreche ich mit Christoph Leser zu Corporate Social Responsibility. Fünf Hacks Wie Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, Mitarbeiter binden und ihre Arbeitgebermarke stärken. Christoph ist ja eigentlich von Haus aus schon jemand, der aus dem Bereich BAV kommt. War aber vorher zehn Jahre in der Unternehmensberatung PWC, dann Geschäftsführer von TREU-KOMMERZ und ist jetzt mit Penzilla, einem BAV Softwarelösungsanbieter, der alles um die betriebliche Vorsorge automatisiert und damit eine gute Grundlage schafft, das auch gut zu managen. Papa von zwei Jungs also passt hervorragend zu mir als Papa von zwei Mädels. Münchner, ich sag mal Bergbauern. Und ich freue mich, dass du heute bei uns bist. Herzlich willkommen!

00:01:45: Christoph Leser: Christoph Leser Hi Alexander, vielen lieben Dank für die herzliche Intro. Und genau dann müssen wir unsere vier Kids dann mal zusammenbringen und schauen, wie gut das matcht.

00:01:55: Alexander R. Petsch: In die Berge gehen wandern, dass sie ordentlich müde sind abends.

00:01:58: Christoph Leser: Ja, ganz genau. Sehr gut. Das ist.

00:02:01: Alexander R. Petsch: Immer eine. Eine gute Alternative. Ja, ja, du Corporate Social Responsibility. Als Einstieg hätte ich gesagt, in der aktuellen Weltlage, ist das überhaupt noch noch Trend?

00:02:17: Christoph Leser: Das ist eine gute Frage, Alexander, ist Corporate Social Responsibility eigentlich ein Trendthema? Ich glaube da nicht an den Trend in der Form. Wenn man sich so ein bisschen die Historie anguckt, also gutes Unternehmertum mit gesellschaftlicher Verantwortung ist, glaube ich nichts, was irgendwelchen Trends unterliegt. Und wenn man sich das mal in der Historie anguckt, ein ehrbarer Kaufmann zu sein, das geht sehr weit zurück. Und du hast ja vorhin auch so schön mit Glück auf begrüßt. Die Verantwortung, die Unternehmen für ihre Mitarbeitenden übernommen haben, ist ja in der Historie sehr, sehr schön zu sehen. Und das beginnt bei tatsächlich ja Kohlesäcken, die den Mitarbeitenden zum Heizen zu Hause zur Verfügung gestellt wurden, über Betriebswohnungen, die im großen Stil gebaut wurden, bis hin zu den modernen Varianten von Zusatzbausteinen, Zusatz-Benefits oder wie man immer das auch nennen möchte, was Arbeitgebende und Unternehmen ihren Mitarbeitern denn da zur Verfügung stellen. Und ehrlich gesagt, ich glaube, gerade in Zeiten, wie wir sie jetzt erleben, wo so an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch die die Sitten ein bisschen verrohen oder der Anstand zu wünschen übrig lässt, sind vielleicht die Unternehmen umso mehr in der Verantwortung als gute Unternehmer und als ehrbare Kaufleute. Corporate Social Responsibility vielleicht sogar ein bisschen traditioneller zu interpretieren. Und daher Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass es ein Trendthema ist, sondern etwas, was tief verankert ist, indem wir Unternehmen eigentlich eine Rolle in der Gesellschaft spielen.

00:03:51: Alexander R. Petsch: Bin ich voll bei dir! Also hätte ich nicht schöner sagen können. Also da liegen wir voll auf einer Wellenlänge. Ich finde auch, dass uns das als ich sage mal zentraleuropäische Unternehmerinnen und Unternehmer oder wie man aus amerikanischer Sicht gerne mal sagt Old Europe, das uns ausmacht und und ich glaube, es ist es ist ein völlig anderer Ansatz auch des Unternehmertums versus einer maximal geleverageden Unternehmensveranstaltung würde ich es mal nennen, wo es super cool ist, mit möglichst wenig Einsatz viel zu hebeln, um das mal so zu beschreiben. Und ich glaube, dass wir mit einem ehrbaren Kaufmann Ansatz, wie du es genannt hast und auch einer Verantwortung einfach auch in Zukunft noch andere Chancen haben werden. Ich glaube, das wird noch noch viel wichtiger. Von daher...

00:04:54: Christoph Leser: ... Da bin ich auch zu fest zu 100 % fest davon überzeugt. Ja, absolut.

00:05:00: Alexander R. Petsch: Und ich sage mal, wir werden es jetzt... Ich bin mal sehr gespannt... Hätte man ja vor einem Jahr nicht gedacht, dass wir mal vielleicht ein spannender Forschungsstandort sind. Und spannender als Amerika werden könnten. Ja, also. Aber das sind genauso Aspekte, die auch dann auf einmal da zusammenkommen.

00:05:20: Christoph Leser: Ja, und das Interessante ist ja, die Unternehmen sind ja als Arbeitgeber oder als wesentlicher Teil der... Im sozialen Gefüge auch für viele Menschen ein sehr starker Fixpunkt. Also am Ende ist es so Natürlich hängt auf der einen Seite das Gehalt dran, aber der Arbeitgeber und das Unternehmen, in dem man tätig ist, ist ja viel mehr für die, für die Leute. Ich meine, das ist ein sozialer Fixpunkt, wo man Menschen trifft, mit denen man viel Zeit verbringt, wo sich oft natürlich auch viele Freundschaften und sogar familiäre, familiäre Verbindungen unter Umständen auch herausbilden. Und da passiert ja viel. Also die Leute unterhalten sich am Arbeitsplatz über Dinge, die sie bewegen, über Dinge, die sie verunsichern. Und der Arbeitgeber kann da in unserer Wahrnehmung war es sehr, sehr stark Einfluss darauf nehmen, was eigentlich ein stabiles Gefüge ist. Das geht von der Thematik: Welche Dinge werden akzeptiert, wenn es um politische Gesinnungen geht? Es geht um Akzeptanz, es geht um kulturelle Vielfalt. Und die Dinge, die werden ja im Arbeitsleben sehr stark eigentlich verankert. Und deswegen ist, was wir halt sehr stark wahrnehmen, ist Die Menschen sind natürlich gerade verunsichert. Klar, es gibt viele Unternehmen, die in Restrukturierungsinitiativen sind. Das geht wirtschaftlich auf und ab. Ja, die Lebenshaltungskosten steigen. Wir stehen jetzt vor der Wahl, wo auch unklar ist, was danach in Deutschland passiert. Wenn man sich die Wahlprogramme anguckt, dann haben wir da auch eine große Vielfalt in Dingen, die die Arbeitnehmenden betreffen im Sinne von: Wie entwickeln sich denn eigentlich Pflegesysteme bei uns? Wie entwickelt sich ein Krankenkassensystem bei uns? Was heißt es in den Beiträgen, die dazu führen? Das sind ja alles Dinge, die die Leute am Ende auch im Geldbeutel spüren. Und das führt zu Verunsicherung.

00:07:11: Alexander R. Petsch: Was hast du uns denn für konkrete Hacks mitgebracht? Was würdest du sagen wie? Ja, auf was soll man achten? Was sind so deine Tipps? Ja.

00:07:22: Christoph Leser: Also wir sehen, dass Arbeitgeber einige Hebel haben, um den Mitarbeitenden dieses Thema Unsicherheit ein bisschen zu nehmen. Und natürlich ist der Einfluss auch nicht unendlich. Wenn man bei den Themen bleiben, die ich gerade angesprochen habe alles, was quasi so ein bisschen im Bereich der sozialen Absicherung spielt, dann hat der Arbeitgeber wahnsinnig viele Möglichkeiten, seine Mitarbeitenden zu unterstützen. Das fängt beim Thema an: Welche Gesundheitsleistungen kann ich unterstützen? Wie kann ich meinen Mitarbeitenden helfen, vielleicht länger gesund zu bleiben? Durch Vorsorgeprogramme. Das geht weiter mit dem Thema Berufsunfähigkeitsabsicherung ist ein sehr großes Thema. Jeder Vierte wird im Schnitt einmal im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig, zumindest vorübergehend. Das heißt, das ist schon auch ein wirklich sehr hoher Anteil, was zu Verunsicherung führt, was wirtschaftliche Probleme mit sich bringen kann. Da kann der Arbeitgeber wahnsinnig viel Risiko rausnehmen und seinen Mitarbeitenden Sicherheit geben. Und dann natürlich... Du hast es ja in der Einleitung gesagt, dass ich quasi aus der BAV-Welt komme... die ganze Frage was passiert mit unserer Rente? Also das ist ja ein Thema, was wir jetzt gerade in der Wahl sehr stark wahrnehmen. Also die ganze Frage, wie wird eigentlich unser Rentensystem zukunftssicher aufgestellt, Was können wir als junge, arbeitende Gesellschaft dann von unserer Rente noch erwarten? Und auch da hat der Arbeitgeber eben Möglichkeiten, entgegenzuwirken und Sicherheit zu geben. Wenn wir jetzt über konkrete Hacks sprechen, dann ist das Allerwichtigste für uns ein Hack für Unternehmen und für Personalabteilungen erstmal eine Strategie zu haben, was man eigentlich erreichen möchte mit seinen Benefits. Ich gebe mal ein ganz einfaches Beispiel: Wenn man sagt, ich möchte gerne einen Job anbieten, dann ist das ja ein total cooler Benefit für alle, die Fahrrad fahren.

00:09:18: Christoph Leser: Für die, die eben mit dem Auto viel unterwegs sind oder anderweitig öffentlich oder vielleicht auch beeinträchtigt sind und nicht Fahrrad fahren können, ist der Benefit halt so lala. Ja, auf der anderen Seite muss ich mir natürlich angucken, was. Was möchte ich denn eigentlich mit dem Benefit auch erreichen? Also wen möchte ich erreichen? Das ist, glaube ich, in der Strategie sehr, sehr wichtig. Aber auf der anderen Seite auch Was möchte ich erreichen? Also die Frage im zweiten Hack Welche Unternehmensziele kann ich eigentlich unterstützen? Und wenn mein Incentive zum Beispiel sein sollte, ich möchte gerne besonders attraktiv für weibliche Arbeitskräfte sein, dann habe ich Möglichkeiten in diesem Bereich, in dem wir stark sind, im Bereich der betrieblichen Vorsorge auch spezifische Programme auszuprägen, die mir eben vielleicht die Attraktivität erhöhen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Ich gebe mal ein Beispiel Gender Pension Gap ist, glaube ich, ein Begriff, der sich ja sehr gut etabliert hat. Frauen haben im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer, weil sie aufgrund von Elternzeit Pflegezeiten weniger lang erwerbstätig sind. Da kann ich als Arbeitgeber super gegensteuern. Also wenn ich zum Beispiel als Arbeitgeber sage, ich zahle während Elternzeiten Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge, dann schließe ich eine Lücke, eine Lücke, die sonst normalerweise quasi zu beitragsfreien Zeiten führt. Und die gesetzlichen Rentenanspruch reduziert. Das heißt, wenn man sich ein Bewusstsein schafft, was ist die Strategie, die ich eigentlich verfolge mit meinen Benefits? Und im zweiten Schritt dann auch spezifisch Benefits danach ausgestaltet und nicht einfach mit der Gießkanne vorgehe, habe ich einen sehr, sehr starken Hebel, auf das Thema unternehmerische Verantwortung einzuzahlen.

00:11:03: Alexander R. Petsch: Spannend. Hast du noch mehr Beispiele, wie sozusagen das auf die Unternehmensstrategie einzahlen kann?

00:11:14: Christoph Leser: Ja klar. Also da gibt es natürlich noch einiges an Möglichkeiten. Also man kann ja zum Beispiel auch wenn man das, was wir gerade in der Breite auch sehen ist eine sehr hohe durchschnittliche Anzahl an Fehltagen, krankheitsbedingte Fehltage ist ja etwas, was Unternehmen umtreibt, aber was ja auch zeigt, dass vielleicht bei den Mitarbeitenden ja nicht besonders stark gerade irgendwie durchschlägt, dass das die Leute halt mehr krank sind. Das ist ja auch was, was meine Unternehmensstrategie tendenziell zuwiderläuft. Wenn meine Mitarbeitenden viel Ausfallzeiten haben, das kostet viel Geld. Ich habe entsprechend auch Schwierigkeiten in der Produktivität. Da kann ich natürlich sehr gut entgegenwirken über diese Konstrukte in der betrieblichen Krankenvorsorge. Das heißt, als Arbeitgeber schaffe ich Möglichkeiten, mit Vorsorgebudgets den Mitarbeitenden die Möglichkeit zu geben, Massagen in Anspruch zu nehmen, Heilpraktikeranwendungen in Anspruch zu nehmen, mehr Vorsorgeprogramme auch in der klassischen medizinischen Vielfalt irgendwie wahrzunehmen. Das heißt, da ist sehr, sehr viel Möglichkeit gegeben, wo der Arbeitgeber also Hebel ansetzen kann, um da auf seine strategischen Ziele einzuzahlen.

00:12:29: Alexander R. Petsch: Also fass noch mal kurz zusammen. Also erster Hack war überhaupt eine Strategie entwickeln. Ja, genau.

00:12:35: Christoph Leser: Also da ist die Frage welche Rolle spielt meine meine Benefits, Welchen Zweck sollen die unterstützen? Also ganz klar wirklich eine echte Strategie dafür zu haben.

00:12:44: Alexander R. Petsch: Und dann eigentlich der Anschluss der Anschlussempfehlung, diese Strategie mit der Unternehmensstrategie in Einklang zu bringen. Ganz genau.

00:12:53: Christoph Leser: Und daraus abzuleiten, was sind die konkreten Anknüpfungspunkte, wie meine Benefits ausgeprägt werden. Was nämlich viele Arbeitgeber beim Thema Benefits nicht wissen, ist der extreme Ausprägungs, die extreme Ausprägungsvielfalt, die da ist. Also ich kann meine Vorsorge Benefits wirklich sehr, sehr unternehmensspezifisch ausprägen. Ich kann zum Beispiel auch intensivieren, dass die Betriebszugehörigkeit steigt, wenn ich einfach vielleicht in einer Region bin, wo ich mich schwer tue, neue Mitarbeitende zu finden und daher umso mehr darauf angewiesen bin, meine Mitarbeitenden zu halten. Bin ich zum Beispiel in der betrieblichen Altersvorsorge extrem frei in der Ausgestaltung. Ich kann als Arbeitgeber Betriebszugehörigkeit durch Jubiläumszahlungen unterstützen. Ich kann meinen Arbeitnehmenden in Abhängigkeit ihrer Dienstjahre, die sie bei mir im Unternehmen sind, spezifische Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge bezahlen. Also da sind der Fantasie annähernd keine Grenzen gesetzt. Aber das muss man halt wissen. Und dann kann ich eben sehr spezifisch Ausprägen, was ich mit diesen Benefits eigentlich erreichen möchte.

00:14:05: Alexander R. Petsch: Spannend... Also du siehst, es arbeitet bei mir auch schon im Kopf. Ja, okay, jetzt haben wir die Unternehmensstrategie und die Benefits daran ausgerichtet, haben uns überlegt okay, wie machen wir das? Was wollen wir erreichen und wie können wir das erreichen? Wie geht es dann weiter?

00:14:20: Christoph Leser: Der nächste Schritt ist und das ist ehrlich gesagt wahrscheinlich der Dreh- und Angelpunkt ist nämlich tatsächlich die Kommunikation der Benefits. Also daran scheitern leider die meisten Benefits Konzepte. Es gibt auch einige Studien am Markt, die da so drauf gucken. Und was wir sehen ist, dass wir eine extreme Diskrepanz haben zwischen der Anzahl der Anteil von Unternehmen, die gewisse Benefits anbieten, und dem, was die Mitarbeitenden darüber wissen. Also im Schnitt hast du da wirklich relativ großen Spread.

00:14:52: Alexander R. Petsch: Ja, das war bei uns gerade auch wieder so ein Superfehler. Ja, weil ich diese ganze Corona Verwerfung und die damit entstandenen Personalwechsel einfach, dass die das Benefit-Wissen auf einmal nicht mehr da war. Und das... Mussten wir unsere Kommunikation mal wieder neu aufsetzen.

00:15:13: Christoph Leser: So ein klassischer, klassisches klassischer Ablauf ist, wenn wir jetzt mal auf Neueinstellungen gucken. Man erzählt den Bewerbern im Bewerbungsgespräch, was man für tolle Benefits hat. Und die sind davon auch dann unter Umständen im besten Fall begeistert, nehmen das mit, dann lesen sie vielleicht im Arbeitsvertrag auch noch mal davon. Dann vergeht ein bisschen Zeit, bis die eigentliche Einstellung beginnt. Und im Onboarding prasseln dann unendlich viele Informationen auf die Leute ein. Ja, aber in der Onboarding Mappe steht bestimmt irgendwo was zum Thema Benefits. Egal ob digital oder analog oder wie auch immer das gehalten wird. Und wenn dann mal so der erste Rausch an Informationen an den neuen Kolleginnen vorbeigezogen ist Und die anfangen zu arbeiten. Dann haben sie keine Ahnung mehr, was ihnen eigentlich zum Thema Benefits irgendwann mal erzählt wurde. Und dann sind Arbeitgeber frustriert, weil sie sagen: Wir haben doch so tolle Benefit Programme, Aber irgendwie nehmen es die Leute nicht in Anspruch. Und die Mitarbeitenden umgekehrt. Die sagen so ja irgendwie, Ich weiß gar nicht. Aber eigentlich dachte ich, hier gibt es irgendwie coole Benefits, aber ich merke gar nichts davon.

00:16:21: Christoph Leser: Und deswegen das ist halt das Thema. Also tatsächlich zu sagen, wie kommuniziere ich das richtig, dass es zu meinem Unternehmen passt? Und da gibt es ehrlich gesagt nicht diese one size fits all Lösungen. Natürlich irgendwie sehr digitalen, hybriden Arbeitsumfeldern. Da brauche ich einen Kommunikationsansatz, der, der dieses Muster unterstützt, der das heißt, ich muss mich natürlich in die vorhandenen vorhandenen Kommunikationstools miteinbetten, auch auch als Anbieter, vielleicht auch Teams, Chats, Slack, Chat, whatever Möglichkeiten nutzen, die die asynchrone Kommunikation auch irgendwie zu ermöglichen. Es reicht halt nicht, es einfach auf die Internetseite zu stellen.

00:16:58: Alexander R. Petsch: Also bei uns war immer das beste Mittel zwei drei Termine anzubieten, wo man mal eine halbe Stunde Stunde die Dinge durchgeht. Ja, mit einem... Mit dem Experten oder der Expertin, die uns da betreut und begleitet. Ja.

00:17:18: Alexander R. Petsch: Witzigerweise in Anführungszeichen gerne wahrgenommen. Ja, und danach gibt es auch immer wieder welche, die sagen Oh, jetzt mache ich doch mit. Ja.

00:17:26: Christoph Leser: Genau. Also wir würden das so unterstreichen. Also was wir schon sehr klar sehen, ist es am Ende ist es so eine Potpourri aus Sachen. Weil also gerade wenn wir über die Dinge sprechen, die ich vorhin angesprochen habe, irgendwie Absicherung von Krankheitsrisiken, Absicherung von Berufsunfähigkeit, Rentenvorsorge, das sind ja Dinge, da sprechen wir letztlich über Versicherung, Absicherung im weitesten Sinne. Also das sind Themen, die eine gewisse Komplexität mit sich bringen. Und da fängt es schon damit an, dass man erst mal ein Bewusstsein auch schaffen muss, was den Leuten, da sage ich mal, auch für einen Komplex begegnet und und auch, welche Notwendigkeit da ist. Und da braucht es einfach am Ende einen hybriden Ansatz in der Kommunikation. Der kann durch Informationsveranstaltungen vor Ort unterstützt werden. Natürlich mit dem ganz klassisch. Vielleicht gibt es ein Plakat, ein Aushang, ein schwarzes Brett, was auch immer, aber eben unterstützt auch durch dann Kommunikationswege, die auf der Höhe der Zeit sind. Ja, wichtig ist eben an der Stelle, dass man das einbettet. Also ich. Wir merken immer wieder, dass da Frustration entsteht, wenn die Arbeitgeber sich Mühe machen. Aber es hat am Ende nicht bei den Mitarbeitenden ankommt. Und wie ich vorhin gesagt habe, mit dieser Thematik, mit der wir uns beschäftigen, die ist halt auch so nicht jeder hat Lust, sich mit seinem Alter auseinanderzusetzen. Das heißt, du musst natürlich auch ein bisschen Awareness schaffen, ein bisschen Bewusstsein für das Thema schaffen. Und ich gebe dir mal ein einfaches Beispiel: Wenn wir die Leute in der Breite damit konfrontieren, was so eine durchschnittliche Rente ist, die man in Deutschland aus der gesetzlichen Rente bekommt, da werden die Gesichter oft ziemlich lang. Ich weiß nicht, ob du weißt, was so im Durchschnitt die Bruttorente ist, die den Rentner heute bekommt.

00:19:13: Alexander R. Petsch: Also ich weiß nur, dass mein aktueller Rentenanspruch irgendwie 142 € ist, also. Komme ich nur bedingt weit.

00:19:25: Christoph Leser: Da könnte man dir jetzt auch unterstellen Alexander, du hast offensichtlich zu wenig gearbeitet.

00:19:31: Christoph Leser: Nein, aber. Also mal genau die Ernsthaftigkeit da zurückzubringen. 1.600 €, 1.600 € brutto ist das durchschnittliche Rentenniveau. Davon gehen noch Beiträge zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung weg usw. Und wenn man das gegenüberstellt mit einem durchschnittlichen Lebenshaltungskosten von über 3.000 €... 3.200, dann sieht man, dass da einfach eine große Lücke da ist. Und das ist nur eins der Beispiele, wo man einfach mit einer klaren Botschaft, die man in der Kommunikation einbettet, den Mitarbeitern überhaupt ein bisschen die Augen öffnet und damit dann auch einen guten Anknüpfungspunkt hat. Es braucht in gewisser Weise Erklärung und Aufklärung, um dann überhaupt über Lösungen sprechen zu können. Was wir da merken beim Thema Kommunikation, also wie ich vorhin gesagt habe, auf der Höhe der Zeit. Du hast natürlich recht, viele Kolleginnen und Kollegen finden es super, zu Infoveranstaltungen zu gehen, da im persönlichen Kontakt zu stehen. Gerade wenn wir auf die jüngeren Generationen gucken, bei denen ist es oft ein bisschen anders. Die wollen sich das vielleicht in Ruhe zu Hause, abends auf dem Sofa mal ein bisschen durchscrollen, mit Videocontent das Ganze untermauert Wissen, dass das halt auch in der Art der Informationsverarbeitung passt. Und wenn man da als Arbeitgeber drauf einzahlt, dann wirken die Benefits eben auch wieder ganz anders. Dann haben die Leute auch Bock, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die vielleicht sonst eher schnöde sind. Und wie gesagt, also wir sehen, da kriegt man auch 22-jährige dazu, sich mit der Rente auseinander zu setzen.

00:21:02: Alexander R. Petsch: Ja, ist ja auch total sinnvoll, früh anzufangen.

00:21:07: Christoph Leser: Ja. Ja. Ist vielleicht auch so ein bisschen der Bogen tatsächlich zu unserem vierten Hack. Weil wenn wir über so Dinge sprechen, die inhaltlich jetzt nicht jeden mit absolutem Sexappeal irgendwie ansprechen und betriebliche Altersvorsorge, betriebliche Krankenversicherung, da spricht ja schon fast ein bisschen das Beamtendeutsch zu einem. Da fällt es nicht so leicht, im ersten Moment dieses diese Attraktivität und den Sexappeal natürlich herzustellen. Deswegen: Was unserer Ansicht nach extrem wirkt, ist eine gute User Experience. Also wenn ich meine Mitarbeitenden wirklich mal so betrachte, in diese ganzen, in diesen Zugang zu dem Angebot, wie die sich auch im Privatkontext Dinge aussuchen, dann erwarten meine Mitarbeitenden eigentlich ein Erlebnis, wenn sie sich mit den Benefits auseinandersetzen? Das Erlebnis sollte dann so sein, wie wenn Sie Ihr Neo Broker aufmachen oder Ihre Neo Bank oder wenn die irgendwie halt mit den sonstigen Dienstleistern, mit denen Sie im privaten Kontext interagieren und was sie gut finden, So was ist eine Art von User Experience, die auch im Großen und Ganzen in der Benefit Welt, aber noch viel mehr dann in der betrieblichen Vorsorge extreme Wirkung entfaltet?

00:22:24: Alexander R. Petsch: Das glaube ich ja. Also. Ja, es sollte halt heute auch mal in die digitale Infrastruktur entsprechend dann eingebettet sein.

00:22:37: Christoph Leser: Genau. Und da braucht es auch gar nicht so viel dafür. Es ist jetzt nicht so, dass wir irgendwie da große IT Programme und IT Strukturen usw irgendwie bei den bei unseren Kunden benötigen. Aber es macht halt einfach einen großen Unterschied, ob die Leute Bock haben, sich auf dem Smartphone irgendwie vielleicht im Bus auf dem Weg nach Hause oder so, dann noch mal mit dem Thema auseinanderzusetzen oder ob die wissen, ich muss mich irgendwie sperrig da mit einem PDF Flyer, der mir im Internet zur Verfügung steht, auseinandersetzen. Das macht einfach einen sehr, sehr großen Unterschied. Und dieses Thema User Experience erleichtert den Zugang. Wir sind beim Thema, das, wie ich vorhin gesagt habe, eben nicht so unendlich zugänglich ist für jeden. Die Fakten sprechen eine klare Sprache und jeder weiß irgendwie, dass er was tun sollte. Aber man hat dann doch halt einfach oft nicht so viel Lust, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und wenn wir die Hürde runter nehmen, noch eine gute User Experience. Dann habe ich als Arbeitgeber den Effekt, dass ich natürlich am Ende auch von den Mühen, die ich reinstecke und von dem Geld, das ich reinstecke, ein gutes Benefit Programm auch den Effekt generiere, weil die Mitarbeitenden am Ende auch wirklich das Thema in Anspruch nehmen und für sich selber auch sagen: Hey, das ist richtig gut. Also mein Arbeitgeber bietet mir da was, was ich vielleicht bei der Konkurrenz so nicht bekommen würde.

00:23:49: Alexander R. Petsch: Okay, jetzt haben wir das alles auch für eine User Experience nice und sozusagen sexy. BAV.

00:24:00: Alexander R. Petsch: Woran würdest du noch denken?

00:24:03: Christoph Leser: Die, die hoffentlich zahlreich jetzt hier im Podcast zu hören, an die würde ich ehrlich gesagt am allermeisten fast denken, weil die Kolleginnen und Kollegen aus den Personalabteilungen aus dem HR, das sind ja die Schultern, auf denen das Thema dann am Ende lastet. Und denen muss es Spaß machen. Das ist vielleicht der größte Hack. Also, wenn Ihr lieben Zuhörerinnen und Zuhörer euch quasi mit dem Thema betriebliche Vorsorge und Benefit in Gänze auseinandersetzt, ich empfehle euch immer Sucht euch jemanden als Partner, mit dem das Thema Spaß macht. Und zwar nicht nur im Sinne von wie man miteinander interagiert, sondern auch wie viel Arbeit wird euch abgenommen? Entsteht durch ein neues Benefit Programm mehr Arbeit in der Personalabteilung oder finde ich eine Lösung, die mir hilft, das ganze aufwandsneutral auch bei meinen Mitarbeitenden zu platzieren. Weil wenn die Abteilung keinen Bock auf die Benefits hat, weil sie Aufwand auf dem eigenen Tisch verursachen, dann sind alle Arbeiten, die ich mir vorher gemacht habe, für die Katz.

00:25:05: Alexander R. Petsch: Nein.

00:25:08: Christoph Leser: Und das auch zu Recht, Weil ehrlich gesagt keiner hat Bock auf Dateneingabe. Keiner hat Bock irgendwie Excel Anhänge in Emails zu verschicken und telefonisch hinter Dingen hinterher zu rennen. Das ist einfach Quatsch. Und da verstehe ich jede Personalabteilung, die sagt, wenn ich weiß, dass mir eine BAV oder ein anderes Vorsorgekonstrukt mehr Arbeit macht, dann habe ich ein sehr eingeschränktes Interesse, diesen Benefit bei meinen Mitarbeitern zu pushen, obwohl ich weiß, dass es was Gutes ist. Obwohl ich weiß, dass die davon profitieren. Aber es ist unverhältnismäßig, unter Umständen mit dem, was bei mir an Arbeit leistet. Das heißt, HR ist der entscheidende Multiplikator bei dem ganzen Thema. HR genießt das höchste Vertrauen bei den Mitarbeitenden und ist die erste Anlaufstelle für alle Themen rund um Gehalt, Benefits etc. Das heißt, wenn bei HR keine Leidenschaft da ist, das Thema auch wirklich voranzutreiben, dann sickert es leider genauso durch die Unternehmung und durch... Durch die. Durch die Firma. Und deswegen ist es da so wichtig, dass wir Konstrukte schaffen, wo HR aufwandsneutral mit arbeiten kann. Den Benefit ganz klar herausstellen kann. Und wenn wir da eben die Punkte von vorhin noch mal dazunehmen gute Kommunikation, gute User Experience, dann wird da eine sehr runde Sache drauf.

00:26:29: Alexander R. Petsch: Heißt dann voll digitaler Prozess ohne Medienbrüche.

00:26:32: Christoph Leser: Ganz genau. Ja, kein Verwaltungsaufwand. Und zwar wirklich und ehrlich. Ende zu Ende gedacht. Also vom quasi Onboarding des Mitarbeitenden bis zur Abrechnung im Lohn und der Bereitstellung jeglicher Unterlagen, Vertragsunterlagen, Dokumente etc.. Dass das wirklich eine runde Sache ist. Dann haben wir... Dann haben wir die Chance, tatsächlich Benefits auszugestalten, die angenommen werden und womit der Arbeitgeber einen echten Beitrag zur Corporate Social Responsibility leisten kann. So sehr ich das immer schön finde, wenn sich Unternehmen in der Nachbarschaft engagieren und vielleicht den Zaun vom Kindergarten neu streichen. Ja. Macht es bitte weiter für alle, die es tun. Aber am Ende ist die Frage Was ist der nachhaltige Impact auf die gesellschaftlichen Strukturen? Und wenn wir es schaffen, als Unternehmer und Unternehmerinnen unsere Mitarbeitenden vor Spätfolgen ihres Arbeitslebens sozusagen zu schützen und abzusichern, indem wir sie nicht irgendwie im Regen stehen lassen, wenn sie berufsunfähig werden. Indem wir dafür sorgen, dass sie möglichst lange möglichst gesund arbeiten und leben können. Und indem wir vor allem dann ein Alter im Wohlstand ermöglichen können, dann, glaube ich, können wir als Firmen einen sehr, sehr signifikanten Beitrag zu einer gesellschaftlichen Stabilität leisten. Und das ist für mich eigentlich Corporate Social Responsibility.

00:28:00: Alexander R. Petsch: Christoph Das war noch mal eine tolle Zusammenfassung unseres Themas zum Schluss. Ja, ja, vielen Dank, dass du da warst. Ja.

00:28:10: Christoph Leser: Sehr, sehr gerne. Vielen Dank für die Zeit und für deine Dein, deine Perspektive auf das Thema.

00:28:16: Alexander R. Petsch: Ja und in allen Facetten interessiert einfach in Wiesbaden. Retention Pro wäre dafür die richtige Veranstaltung, um sich da einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Glückauf! Und denk dran, der Mensch ist der wichtigste Erfolgsfaktor für euer Unternehmen.

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